Das Solothurner Achterrennen 2019: Rudern bei Wind und Regen

Ruderinnen und Ruderer mögen bekanntlich am liebsten flaches Wasser, Windstille und wenig Strömung. Das 32. Solothurner Achterrennen vom 2.11.2019 erfüllte keine dieser Bedingungen. Das Wetter war garstig. Die wetterfesten RuderInnen beeindruckte das wenig. Unverzagt kämpften sie sich auf der unruhigen Aare durch Windböen und Regen. Gewonnen hat das Männerteam vom RC Blauweiss Basel. Dabei waren auch drei Solothurner Teams, eines sogar mit den Jüngsten aus dem Jugendsport in einem breiteren C-Gig-Boot. Am Start waren 22 Achterboote.

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«Ich bin happy», lacht OK-Präsident Thomas Christen nach dem Rennen. «Heute Nacht schlafe ich gut. Es lief alles wie am Schnürchen. Die letzten beiden Jahre haben wir einiges neu aufgegleist, was sich heuer zum Glück bewährt hat. Beispielsweise die elektronische Zeitmessung, zwei Stege zum Einwassern und ein neues Anmeldesystem. Dass weniger Teams teilnahmen als die letzten beiden Jahre, stört mich nicht. Es half mit, den Anlass zu konsolidieren.» Die letzten drei Jahre waren pro Rennen nämlich rund zehn Boote mehr am Start als früher. Dies erforderte mehr SRC-Helferinnen und -Helfer, welche ins Team integriert werden mussten.

Medienberichte
Swissrowing
Solothurner Zeitung
Solothurner Woche

Die Solothurner Teams 2019

Männer Masterachter

Der Solothurner Männermasterachter  startet seit bald 20 Jahren am Solothurner Achterrennen. Das Team besteht  aus ehemaligen Regattaruderern und immer mehr auch aus ambitionierten Breitensportlern. Die Altersspanne ist deshalb gross. Während der Jüngste 33 Jahre alt ist, zählt der Älteste bereits 62 Jahre. Ziel ist es also, diese grossen Unterschiede im Boot auszugleichen und die Mannschaft zu synchronisieren. In jedem Training feilt das Team daran, die Abstimmung im Boot zu optimieren, also die Erfahrung mit der Power so zu verknüpfen, dass das Boot noch schneller läuft.

Das ist im Rennen nun gelungen. Das Team erreichte einen tollen 5. Gesamtrang und den 4. Rang in der Masterkategorie. Konditionell stark, ruderte das Team trotz unterschiedlicher Zusammensetzung synchron und von Anfang bis Ende mit vollem Druck. «Wir konnten dank unserer guten physischen Verfassung den Endspurt früher ansetzen und sind glücklich, ein so gutes Rennen gerudert zu haben», meint Schlagmann Patrick von Däniken. «Der gute 9. Rang an der Bilac vor sechs Wochen gab uns die nötige Zuversicht, heute unsere Leistung abrufen zu können.»

Frauen Masterachter

Seit drei Jahren ist beim SRC-Achterrennen ein Solothurner Frauenboot dabei. Das Team hat regelmässig trainiert.  Nur eine Ruderin dieses Frauenprojekts hat alle drei Rennen bestritten. Alle anderen setzten mindestens einmal aus wegen Schwanger- und Mutterschaft. So konnte die Frauschaft im Rennen noch nicht auf die Erfahrungen der letzten zwei Jahre bauen, sondern musste sich wiederum neu behaupten. «Aus diesem Grund sind wir mit unserer Leistung im Grossen und Ganzen zufrieden. Technisch gesehen lief das Rennen durchzogen, auch weil wir konditionell noch mässig aufgestellt sind», so Schlagfrau Charlotte Sattler. Das Boot startete dieses Jahr in der Kategorie Masters.

JuniorInnen

Die SRC-Juniorinnen und –Junioren starteten gemeinsam in einem breiteren Achterboot. Die Mädchen und Jungs haben sehr unterschiedliche Rudererfahrung. Einige haben dieses Jahr gerade mal den Anfängerkurs absolviert, andere sind seit längerem beim SRC-Jugendteam dabei.

«Anfang und Schluss des Rennens waren gut, im Mittelteil hatten wir Mühe», sagt Christian Fluri, einer der erfahrenen Junioren. «Da haben wir die Konzentration verloren», ergänzt Nora Scartazzini, die nächstes Jahr regelmässig Regatten bestreiten will. Und die Novizinnen aus dem diesjährigen Anfängerkurs meinten: «Im Mittelteil brauchten wir Motivation.» Kein Wunder, denn nicht nur Westwind und Regen zehrten an den Kräften, sondern auch eine starke Strömung. Froh waren die jungen Solothurner deshalb um ihren routinierten und konditionsstarken Schlagmann Stefan Stuber.

Regattaplatz

Der Regattaplatz mit Start/Ziel befindet sich beim TCS-Campingplatz / Pier 11, Glutzenhofstrasse 3, Solothurn. Interessant ist es dort auch etwa zwei Stunde vor dem Rennen, wenn die Mannschaften mit den Booten eintreffen und wassern. Eingewassert wird auch beim Bootshaus des SRC an der Römerstrasse 29. Das Regattabeizli beim Campingplatz verwöhnt Zuschauerinnen und Athleten zudem mit Suppe, Grilladen, Kuchen und Kaffee.

Das Rennen

Die erste Serie Boote startet um 12.00 Uhr, die zweite um 13.30 Uhr, die Boote starten einzeln im 20-30s-Abstand. Die Strecke führt Aare aufwärts bis zum Inseli Länggrien und wieder zurück. Die schnellsten Boote bewältigen diese in gut 30 Minuten. Das Rennen kann entlang der Rennstrecke verfolgt werden. Geeignete Orte sind etwa der Wendepunkt oberhalb des Inselis und das Nennigkofer Ufer unterhalb des Inselis, erreichbar mit dem Fahrrad oder zu Fuss ab Lüsslingen.

Presidents Cup

Das Solothurner Achterrennen ist ein spannendes 10-km-Verfolgungsrennen mit  Ruderteams aus der ganzen Schweiz. An dieser Clubregatta wird keine SRV-Lizenz benötigt. Das Rennen gehört zum oft hart umkämpften Presidents Cup von Swissrowing, letztes Jahr lag der SRC auf Rang 12.

Das Rennen dient oft als Standortbestimmung vor dem Wintertraining, sei es individuell oder als Mannschaft. Oder als Vorbereitung auf das spektakuläre BaselHead. Auch bei Juniorinnen und Junioren ist der SRC-Anlass beliebt, können sie hier doch erste Rennerfahrungen sammeln.

Der Rennachter

Ein Rennachter ist gegen 20 Meter lang, rund 80 kg schwer und das Karbon-Material zwar leicht, aber auch sehr stossempfindlich. Dieses schmale Achterboot auf dem Wasser im Gleichgewicht zu halten, ist anspruchsvoll. Die Teammitglieder sollten möglichst synchron und technisch gut aufeinander abgestimmt rudern. Gelingt dies und „steht“ das Boot, saust es mit über 20 Stundenkilometern dahin und beeindruckt mit seiner Eleganz. Die durchschnittliche Rennschlagzahl pro Minute beträgt etwa 28 Ruderschläge. Ein Ruderer macht auf der Solothurner 10-km-Strecke also mindestens 1000 Schläge und rollt 2000mal vor und zurück. Gerudert wird ein Rennachter mit Riemen, d.h. mit einem Ruder pro Person.